WhatsApp und Co.: Bundesinnenministerium will „Ausweispflicht“ für Messenger

WhatsApp und Co.: Bundesinnenministerium will „Ausweispflicht“ für Messenger

 04. März 2021 um 11:56 Uhr Jan Kluczniok

Wer WhatsApp nutzen will, muss künftig womöglich seinen Namen und seine Adresse hinterlegen. Das Bundesinnenministerium drängt auf eine „Ausweispflicht“ für Messenger.

Eine "Ausweispflicht" für WhatsApp wird derzeit im Bundestag verhandelt.
Eine „Ausweispflicht“ für WhatsApp wird derzeit im Bundestag verhandelt. (Quelle: ibphoto /depositphotos.com)
  • Das Bundesinnenministerium will offenbar Messenger und E-Mail-Anbieter künftig dazu verpflichten Name, Adresse und Geburtsdatum von Nutzern zu speichern.
  • Die angegebenen Daten müssen vom Anbieter verifiziert werden.
  • Die „Ausweispflicht“ für Messenger soll in der Novelle des Telekommunikationsgesetzes verankert werden.

Bislang reicht für die Anmeldung bei WhatsApp eine Telefonnummer. Das könnte sich bald ändern. So soll das Bundesinnenministerium (BMI) im Rahmen der Novelle des Telekommunikationsgesetzes auf eine Art „Ausweispflicht“ für den Messenger drängen. Dies schreibt der Berliner E-Mail-Anbieter Posteo in seinem Blog und veröffentlicht dazu einen entsprechenden Entwurf, der dem Anbieter zugespielt wurde.

Posteo zufolge will das BMI Anbieter sogenannter nummernunabhängiger TK-Dienste dazu verpflichten, künftig bei der Anmeldung Name, Geburtsdatum und Adresse zu erheben, und deren Richtigkeit zu überprüfen. Als Beispiele für solche Dienste nennt das BMI WhatsApp, Facebook aber auch E-Mail-Anbieter.

Wie die Richtigkeit überprüft werden soll, bleibt in der Vorlage unklar. Posteo zufolge kommen hierfür Ident-Verfahren oder die Vorlage des Personalausweises infrage.

WhatsApp: Mit diesen 9 Tricks schützt ihr euch vor Hackern und Mitlesern

WhatsApp: Mit diesen 9 Tricks schützt ihr euch vor Hackern und MitlesernDatenschutz, Privatsphäre und Sicherheit

Ihr nutzt WhatsApp? Dann solltet ihr diese 9 Tricks kennen, den mit ihnen lässt sich der Messenger deutlich sicherer nutzen.

Der Anbieter sieht den Vorschlag des BMI kritisch, weshalb er diesen öffentlich gemacht hat. So würden Dienste mit werbefinanzierten, datengetriebenen Geschäftsmodellen verifizierte Nutzerdaten auf einem Silbertablet geliefert, noch dazu würde diese Pflicht die anonyme Inanspruchnahme von Hilfsangeboten im Netz erschweren.

Das sagt das Bundesinnenministerium

Das BMI hat inzwischen die Echtheit des Papiers bestätigt. Das geht aus einem Video aus der Bundespressekonferenz hervor, das der Journalist Thilo Jung auf Twitter veröffentlicht hat. Das BMI rechtfertigt hier seinen Vorstoß, schließlich würden entsprechende Daten ja auch bei Abschluss eines Telefonvertrages erhoben – ohne das dieses infrage gestellt würde. Auf die Daten soll nur im Falle der Verfolgung schwerer Straftaten zugegriffen werden.Externer Inhalt
von Twitter

An dieser Stelle findet ihr einen Tweet, der den Artikel ergänzt. Mit einem Klick könnt ihr euch diesen anzeigen lassen.Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ob sich das BMI mit seinen Forderungen durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Die Novelle des Telekommunikationsgesetzes wird derzeit im Bundestag verhandelt.

Netzwelt

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s