Der Eroberer Yavuz Sultan Selim war für seine Grausamkeit bekannt und verfolgte erbarmungslos Aleviten und Schiiten

Wie fast alle Moscheen in Deutschland wurde auch die Yavuz-Sultan Selim-Moschee in Neu-Istanbul (ehem. Mannheim) nach einem Eroberer benannt.

Der Eroberer Yavuz Sultan Selim war für seine Grausamkeit bekannt und verfolgte erbarmungslos Aleviten und Schiiten


http://Hubert Berberich (HubiB), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Bätzing!

Ich nehme Bezug auf den sehr fundierten „Offenen Brief“ von Herrn Reinhard Wenner, der zusammen mit Ihrer offensichtlich

vorformulierten Antwort als Gastbeitrag auf dem Internetblog Conservo am 30.04.2021 veröffentlicht worden ist.

Aufgrund Ihrer Reaktion auf das Schreiben von Herrn Wenner an Sie muss ich annehmen, auf mein hier vorliegendes Schreiben auch nur eine automatisierte Antwort zu erhalten – wenn überhaupt. Deshalb will ich versuchen, dass dieses an Sie adressierte Schreiben zugleich auch als „Offener Brief“ auf Conservo veröffentlicht wird.

Im Blick auf Ihren Ramadan-Gruß erlaube ich mir, zur Verdeutlichung meines Anliegens bestimmte Worte aus Ihrem Antwortschreiben an Herrn Wenner sowie aus den acht unten notierten Textauszügen aus Ihrer Grußbotschaft zu markieren. Diese Worte beziehen sich auf unsere Beziehung als Christen zu Gott bzw. auf die Beziehung der Muslime zu ihrem Gott Allah.

Durch diese Markierungen ist schnell die theologische Doppelbödigkeit zu erkennen, die m. E. Ihre divergierenden Äußerungen in Ihrer Grußbotschaft und in Ihrem Antwortschreiben an Herrn Wenner charakterisieren. Im diesem Antwortschreiben bemerken Sie:

„Das Grußwort zum Ramadan ist eine wertschätzende Geste für alle

gläubigen Muslime, die sich in diesem Monat des Gebets und des Fastens

ihrem Gott zuwenden.“

Mit diesen Worten distanzieren Sie sich im Antwortschreiben an Herrn Wenner deutlich vom Allah des Korans, indem Sie sich mit dem Possessivpronomen „ihrem“ eindeutig vom Glauben der Muslime abgrenzen. Dabei stellen Sie inhaltlich fest, ohne es ausdrücklich auch so zu formulieren: Die Muslime wenden sich „ihrem Gott“ zu, den sie Allah nennen. Der Gott der Muslime aber ist nicht „unser Gott“. Unser Gott hat sich in Jesus Christus geoffenbart als der dreieine Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Eine Aussage, die kurz und theologisch uneingeschränkt richtig ist. Ich nehme an, dass ich Sie, Herr Bischof, in diesem Punkt nicht falsch interpretiere.

Jedoch erwecken Sie einen ganz und gar anderen, nämlich gegenläufigen Eindruck in Ihrer offiziellen Grußbotschaft zum Ramadan. Denn alle unten notierten acht Textauszüge aus dieser Grußbotschaft lassen m. E. sofort Rückschlüsse zu auf Ihre theologische Einstellung: Der Allah des Korans und der Vater unseres Herrn Jesus Christus sind identisch. Allah, der Gott des Korans also und der Gott der Bibel, den wir Christen als den einen dreifaltigen Gott bekennen, soll ein und derselbe Gott sein?

Darf ich Sie provokativ und ganz persönlich fragen? Ist also Allah, der Gott der Muslime, nun doch auch Ihr Gott, der Gott des katholischen Bischofs Dr. Bätzing? Wenn ja, dann wäre es doch von Ihnen auch konsequent, zugleich den angeblich von Allah geoffenbarten Koran als verbindliche Lehre der Kirche und Mohammed als neuen christlichen Propheten anzuerkennen und dazu auch noch gleich das islamische Glaubensbekenntnis zu sprechen.

Müssten Sie dann nicht auch noch veranlassen, dass ein Muezzin auf einem der Türme Ihrer schönen Bischofskirche im lautsprecherverstärkten arabischen Sprechgesang die „Allahu-Akbar“-Rufe ertönen lässt mit ihrer verdeckten Absage an das Christentum?

Alles bloße Spindisierereien?

Keineswegs. Diese Fragen sind nicht ohne konkreten Hintergrund gestellt, gibt es doch jene katholischen und evangelischen Theologen, die mit ihren ominösen Spekulationen fordern, Mohammed müsse als Prophet auch für uns Christen anerkannt werden. Überdies sei der Koran als „Drittes Testament“ den Schriften des Alten und des Neuen Testamentes anzugliedern.

Aus diesen sinnlosen und für das Christentum gefährlichen Spekulationen ergibt sich eine weitere Frage: Ist die Behauptung: „Christen und Muslime glauben an denselben einen Gott“, nicht wie der Anfang einer abschüssigen Straße, die direkt in den Abgrund führt? Und dieser Abgrund lautet: Ende des Christentums.

Auf dieser abschüssigen Straße aber gibt es einige höchst gefährliche, zusätzlich beschleunigende Gefahrenstellen. Es sind jene bereits seit Jahren bekannten theologisch verqueren, antibiblischen und antichristlichen Denkweisen, die in den Abgrund führen. Diese unheilvollen „Gefahrenstellen“ sind folgende Glaubensvorstellungen und Spekulationen:

Der eine und derselbe Gott von Christen und Muslimen –
 Mohammed auch als christlicher Prophet –
Der Koran als „Drittes Testament“ der Bibel –
Leugnung der Gottessohnschaft Jesu Christi –
Leugnung seiner Erlösungstat
– Leugnung der Trinität.

Damit aber wäre das Ende des Christentums besiegelt,
 mit Konsequenzen,
 die mit Sicherheit auch Ihre schöne Bischofskirche in Limburg erreichen würden.

Es ist zu hoffen und anzunehmen, dass auch nach Ihrem Glauben, Herr Bischof, der Allah des Korans nur der Gott der Muslime und keineswegs Ihr Gott ist, wie Sie es auch in Ihrem automatisierten Antwortschreiben an Herrn Wenner mit dem Wörtchen „ihrem“ deutlich zum Ausdruck bringen. Denn es gibt nur eine Wahrheit!

Und diese Wahrheit lautet in diesem Kontext: Christen und Muslime glauben als Monotheisten zwar gemeinsam an einen Gott, aber sie glauben niemals gemeinsam an denselben einen Gott. Abgesehen davon: Kann es nach christlichem Verständnis überhaupt einen muslimischen Gott Allah geben? Nein. Ansonsten wären die Christen auch keine Monotheisten, sondern Polytheisten, die zu vielen bzw. zu mehreren Göttern beten. In Ihrem Grußwort wird diese Wahrheit allerdings eher verunklart und verschleiert.

Im Folgenden nun die oben bereits erwähnten acht Textauszüge aus Ihrer Grußbotschaft, in denen unausgesprochen insinuiert wird, Christen und Muslime hätten einen gemeinsamen Gott, dem sie sich im Gebet zuwenden:

1.„Der barmherzige Gott möge Ihr Fasten annehmen und Ihre Gebete erhören!“

2. „Das Fasten bietet gläubigen Menschen die Möglichkeit, … sich neu auf Gott auszurichten.“

3. „Der gläubige Mensch richtet sich … in den aussichtslosesten Situationen an Gott und kann auf seinen Beistand zählen.“

4. „Die Besinnung auf die Ursprünge unseres Glaubens an den einen Gott, dem auch Abraham schon vertraute, kann uns dabei helfen, uns gegenseitig als Schwestern und Brüder zu entdecken.“

5. „Der barmherzige Gott, zu dessen Wohlgefallen Sie 30 Tage lang fasten und sich zum Gebet versammeln, ist die Quelle aller Hoffnung.“

6. „Möge er Ihre Gebete erhören und Ihnen gnädig sein.“

7. „Möge er Sie und Ihre Familien in dieser Fastenzeit begleiten!“

8. „Ihnen und Ihren Gemeinden wünsche ich eine gesegnete Fastenzeit – erfüllt von Segen und Hoffnung.“

Erlauben Sie mir, Herr Bischof, diesen Auszügen aus Ihrer Ramadan-Grußbotschaft folgende Fragen anzuschließen:

Inwiefern gleichen diese Aussagen Ihres Grußwortes an die Muslime exakt jenen, die Sie bei entsprechenden Anlässen im gleichen Wortlaut auch an Ihre christlichen Adressaten richten?

Inwiefern vereinnahmen Sie nicht ungefragt die muslimischen Adressaten Ihrer Grußbotschaft, wenn Sie mit diesen Aussagen den Eindruck erwecken, als würden sich Muslime und Christen an einen gemeinsamen Gott wenden?

Glauben Sie wirklich, dass gläubige Muslime darauf Wert legen, von einem katholischen Bischof Segenswünsche zu erhalten?

Glauben Sie wirklich, dass gläubige Muslime an einen mit den Christen gemeinsamen Gott glauben, von dem sie begleitet und gesegnet sein möchten?

Verstehen Sie selbst den christlichen Segenswunsch – auch Ihren bischöflichen Segen – nicht als Bitte an den dreifaltigen Gott, der sich in Jesus Christus geoffenbart hat, sich den von Ihnen Gesegneten zuzuwenden?

Meinen Sie wirklich, dass gläubige Muslime mit Ihnen eine Hoffnung teilen möchten?

Verschleiern Sie nicht mit einer solchen Aussage den christlichen Glaubenssatz, nach dem Jesus Christus bezeichnet werden kann als „unser aller Heil und Leben, unsere einzige Hoffnung“?

Glauben Sie wirklich, der Mainstream der Muslime würde – wie offensichtlich Sie selbst – glauben, Allah, ihr Gott, sei auch der Gott der Christen?

Wissen Sie wirklich nicht, dass Sie nach Ausweis zahlreicher Koranaussagen zusammen mit allen Christen in den Augen der koranorientierten Muslime ein verachtenswerter „Ungläubiger sind?

Befürchten Sie nicht, dass man Ihnen aufgrund Ihrer divergierenden Haltungen, theologischen Relativismus und Indifferentismus sowie Synkretismus vorwerfen könnte?

Islamische Expansion im ehemals christlichen Orient 750 nach Christus

Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Bätzing!

Es schmerzt, dass man einem katholischen Bischof vorwerfen könnte, er dokumentiere in seinen weithin wahrgenommenen Äußerungen ein synkretistisches Verständnis seines Gottesglaubens. Mit Ihrem Hinweis im Antwortschreiben an Herrn Wenner auf eine „wertschätzende Geste“ (siehe Zitat oben) gegenüber den ramadan-feiernden Muslimen können Sie Ihre irritierenden Aussagen m. E. jedenfalls nicht erklären. Ihre „Wertschätzung“ hätten Sie gewiss auch auf eine andere Weise, nämlich ohne diese mehr als theologisch problematischen Äußerungen zum Ausdruck bringen können.

Möglicherweise kennen Sie, Herr Bischof, folgende Fatwa, die gegen Papst Johannes Paul II. erstellt wurde. Bekanntlich küsste er bei seinem Besuch im Irak im Jahre 2000 den Koran. Diese anschließend heftig umstrittene Geste war seinerseits höchstwahrscheinlich und hoffentlich kein Zeichen des Respektes vor dem Inhalt des Korans, sondern vor den Menschen muslimischen Glaubens. Und dann – einige Jahre später – eine vielsagende, mehr als abweisende Fatwa einer angesehenen islamischen Autorität gegen den im Jahre 2005 heimgegangenen Papst, den die Kirche als Seligen verehrt. Scheich Nasser Ibn Sulaiman al-’Umar erstellte diese Fatwa in der Beantwortung folgender Frage:

Wie Muslime zu dem verstorbenen Papst stehen sollen?

(Institut für Islamfragen, dh, 7.11.2005)

Frage: Ein Muslim fragt, ob

1. der Papst (Johannes Paul II.) als Gottloser oder Gläubiger gestorben ist;

2. Muslime für ihn beten dürfen;

3. Muslime ihn verfluchen dürfen.

Antwort:

1. Der Papst ist zweifellos als Gottloser gestorben.

2. Man darf nicht für ihn beten. (Sure 9,113 und 84) …  Er ist gottlos gewesen, weil er an Jesus Christus geglaubt hat. (Sure 9,30).

3. Man darf ihn verfluchen, weil er als Gottloser gestorben ist … Ob man dies in der Öffentlichkeit tun sollte, ist abhängig von den Vor- und Nachteilen, die dadurch entstehen könnten.

Quellen zur Fatwa: Hierhier und hier

Am Ende meines Schreibens an Sie, Herr Bischof, möchte ich dieses noch kurz begründen. Ich wende mich nicht an Sie, weil ich Grußbotschaften christlicher Repräsentanten an Muslime grundsätzlich ablehne. Gerade wegen der verschiedenen Schwierigkeiten mit muslimischen Bevölkerungsteilen, die Sie ja zusammen mit den bestehenden Unterschieden (zwischen Christen und Muslimen) auch in Ihrem Grußwort andeuten, scheinen mir gut formulierte Grußbotschaften dieser Art durchaus sinnvoll und auch notwendig zu sein.

Der Grund ist vielmehr, dass kirchliche Repräsentanten (auf allen Ebenen) m. E. dazu neigen, bei entsprechenden Anlässen gegenüber Muslimen mehr als fragwürdige, ja falsche Töne anzuschlagen. Dabei erwecken sie allzu häufig den Eindruck, als wollten sie es tunlichst vermeiden, ihren christlichen Glauben in adäquater Form einzubringen. Sie geben sich, als wollten sie alles dransetzen, sich den Muslimen anzubiedern, letztlich immer zulasten unseres christlichen Glaubens.

So hoffe ich, dass möglichst viele engagierte Christen Ihre diesjährige Grußbotschaft zum Ramadan zum Anlass genommen haben oder noch nehmen werden zu einem kritisch-sachgerechten Schreiben an Sie bzw. an entsprechende kirchliche Adressaten. Darin sollten sie den dringenden Wunsch und die Bitte äußern, künftig an Muslime gerichtete Grußbotschaften auch theologisch sorgfältig zu bedenken und unzweideutig zu formulieren. Gewiss werden Sie, Herr Bischof, nicht erstaunt sein, wenn ich Ihre diesjährige Grußbotschaft zum Ramadan in die eher kritikwürdigen kirchlichen Grußbotschaften einreihe.

In der Sorge um die keineswegs stabile Einheit unserer katholischen Kirche in Deutschland, für die Sie, Herr Bischof, als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz besondere Verantwortung tragen,

grüße ich Sie freundlich

und mit guten Wünschen für Ihr bischöfliches Wirken

Udo Hildenbrand

***

*) Dr. Udo Hildenbrand ist katholischer Theologe (Priester) und Publizist

conservo

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